Vision Board
Vision Board erstellen: Anleitung in 5 Schritten für Papier und Handy
So erstellst du ein Vision Board, das du auch wirklich anschaust: drei Lebensbereiche, ein paar gute Bilder, ein klares Layout und ein fester Platz im Alltag. Mit Materialliste, Checkliste zum Ausdrucken und einer 20-Minuten-Version.

Auf dieser Seite
- Was brauchst du für ein Vision Board?
- Schritt 1: Welche Ziele gehören auf dein Vision Board?
- Schritt 2: Woher bekommst du die Bilder für deine Zielcollage?
- Schritt 3: Wie gestaltest du dein Vision Board?
- Schritt 4: Papier oder Handy?
- Schritt 5: Wo hängst du dein Vision Board auf, und wie nutzt du es?
- Funktioniert ein Vision Board wirklich?
- Deine Vision-Board-Checkliste
Ich mache Vision Boards seit meiner Teenagerzeit und baue seit 2022 die App VISIYA. Früher habe ich Zielcollagen aus Zeitschriften geklebt, heute erstelle ich meine Boards meistens in der App.
Nach Dutzenden eigener Boards weiß ich ziemlich genau, welches Board etwas taugt und welches nur hübsch aussieht.
Ein Vision Board zaubert dir nichts herbei. Es zeigt dir, wofür du bereit bist, etwas zu tun.
Das Wertvollste passiert schon, während du dein Vision Board erstellst: Du setzt dich hin und fragst dich ehrlich, was du eigentlich willst. Diese Anleitung führt dich in fünf Schritten dorthin, auf Papier oder am Handy.

Was brauchst du für ein Vision Board?
Für die Papierversion reichen Fotokarton, Schere, Kleber und ein Stapel Bilder. Fürs Handy brauchst du nur deine Fotos und eine App, in der du sie anordnest.
Auf Papier, als klassische Zielcollage:
- Fotokarton in A3 oder größer, alternativ eine Korkpinnwand
- Schere und Klebestift (oder Washi-Tape, wenn du Bilder später tauschen willst)
- Zeitschriften, Kataloge, alte Postkarten
- eigene Fotos, die du bei dm, Rossmann oder Müller ausdruckst
- ein Stift für deine Sätze
Am Handy:
- ein Album in deinen Fotos oder ein Screenshot-Ordner
- eine Vision-Board-App (VISIYA gibt es für iPhone und iPad)
Was sonst noch hilft, vom Bastelladen bis zur Drogerie, steht bei den Vision-Board-Materialien. Bastelmaterial für 50 € brauchst du übrigens nicht. Ein Screenshot-Ordner auf dem Handy erfüllt denselben Zweck wie die gebastelte Collage.

Schritt 1: Welche Ziele gehören auf dein Vision Board?
Wähle die drei Lebensbereiche, die dir gerade am wichtigsten sind, und pro Bereich höchstens drei Ziele. Auf einem Board, auf dem alles gleichzeitig um Aufmerksamkeit kämpft, fällt am Ende nichts mehr auf.
Mögliche Bereiche sind Gesundheit, Liebe, Geld, Beruf, Zuhause oder Reisen. Du weißt nicht, wo du anfangen sollst? Dann bewerte deine Bereiche zuerst mit der kostenlosen Lebensrad-Vorlage. Wo du die wenigsten Punkte vergibst, liegt meist dein Thema.
Formuliere jedes Ziel konkret: was, wie viel, bis wann. Dabei hilft die SMART-Methode: spezifisch, messbar, erreichbar, relevant, zeitlich begrenzt. Ein Beispiel mit Geld: „3.000 € Notgroschen bis Ende Juni“ statt „mehr Geld“. Mehr dazu im Beitrag Geld manifestieren.
Bevor ich Ziele aufschreibe, notiere ich meine sechs wichtigsten Werte, jeden als ganzen Satz, nicht als Stichwort. Sie sind mein Filter: Ein Ziel, das zu keinem Wert passt, kommt nicht aufs Board.
Diese Fragen stelle ich mir jedes Jahr, bevor ich ein neues Board anfange:
- Sind das wirklich meine Wünsche? Oder die meiner Mutter, meines Partners, meines Instagram-Feeds?
- Wie will ich mich fühlen? „Ich fühle mich wohl in meinem Körper“ trägt weiter als „5 Kilo weniger“. Hinter der Beförderung steckt vielleicht der Wunsch nach Anerkennung oder nach mehr Freiheit.
- Was steht mir im Weg? Schreib es ehrlich neben das Ziel.
Für die letzte Frage gibt es einen guten Grund. Die Psychologin Gabriele Oettingen (New York University und Universität Hamburg) hat gezeigt, dass rosige Tagträume allein eher mit weniger Einsatz einhergehen.
Besser klappt es, wenn du dir den Wunsch und das beste Ergebnis ausmalst, dann das Hindernis benennst und einen Plan machst.
Ihre Methode dafür heißt WOOP (Wish, Outcome, Obstacle, Plan), auf Deutsch Wunsch, Ergebnis, Hindernis, Plan.
Ich gebe jedem Jahr außerdem ein Motto. Das kann eine Farbe sein, ein Song oder ein Satz. Ein Jahr hieß bei mir einfach „Pink“, für mein Jahr mit 35 habe ich „Radikale Sichtbarkeit“ gewählt.
Falls dir Formulierungen fehlen, findest du Beispiele für Ziele auf einem Vision Board nach Lebensbereichen sortiert.

Schritt 2: Woher bekommst du die Bilder für deine Zielcollage?
Aus deiner Kamerarolle, von Pinterest, aus Zeitschriften und von ausgedruckten Fotos. Plane drei bis fünf Bilder pro Bereich ein, bei drei Bereichen sind das etwa 9 bis 15.
Such Bilder von dem Moment, den du erleben willst: du auf dem Wanderweg, der Küchentisch voller Freundinnen. Stockfotos von Sportwagen und Geldbündeln erzählen wenig über dein Leben. Eigene Fotos wirken stärker als fremde Gesichter, weil du dich darin wiedererkennst.
Sammle ein paar Tage lang an einem Ort, zum Beispiel in einem Briefumschlag für Ausschnitte oder einem Album auf dem Handy. Wie du dafür eine Pinnwand anlegst, steht in Vision Board mit Pinterest erstellen. Wenn dir Motive fehlen, findest du welche bei den Vision-Board-Ideen.
Zu jedem Bereich kommt ein kurzer Satz in deinen eigenen Worten, im Präsens und so, dass du ihn dir selbst abnimmst. „Samstags laufe ich meine Runde am Fluss“ glaubst du dir eher als „Ich bin unbesiegbar“. Die Zahl oder das Datum schreibst du direkt dazu.
Schritt 3: Wie gestaltest du dein Vision Board?
Gib jedem Bereich eine eigene Zone, und in die Mitte kommt ein Foto von dir. Das größte Bild gehört zum wichtigsten Ziel, und zwischen den Zonen darf Platz frei bleiben.
Das Foto von dir in der Mitte ist mir besonders wichtig. Wenn du nicht die Hauptfigur auf deinem Board bist, wessen Leben planst du dann?
Im Feng Shui gilt die Mitte als der Bereich, der dich erdet. Wie das Bagua-Raster ein ganzes Board ordnet, erklärt der Beitrag zum Feng-Shui-Vision-Board. Statt eines Fotos kann in der Mitte auch dein Motto stehen.
Auf Papier legst du erst alles lose aus, machst ein Foto davon und klebst danach. So kannst du noch umsortieren, ohne etwas abzureißen.
Nimm dir richtig Zeit dafür, am besten einen ganzen Abend mit Kakao oder Tee, Musik und dem Handy auf „Nicht stören“. Zusammen mit Freundinnen macht das auch Spaß. Wie du so einen Abend planst, steht auf der Seite zur Vision-Board-Party.

Wer ein fertiges Raster mag, findet bei den Vorlagen Layouts nach Lebensbereichen. Welche Formen es sonst gibt, vom Jahres-Board bis zur Saison-Liste, zeigen die Arten von Vision Boards und unsere Vision-Board-Beispiele.
Schritt 4: Papier oder Handy?
Beides funktioniert. Entscheidend ist, wo du dein Board öfter siehst. Ich habe mit Papier angefangen und nutze heute vor allem die App, weil ich das Handy sowieso dauernd in der Hand habe.
Wie du ein Board in VISIYA anlegst und ins Widget oder auf den Sperrbildschirm bringst, zeigt die Anleitung Vision Board am Handy erstellen.

Schritt 5: Wo hängst du dein Vision Board auf, und wie nutzt du es?
Häng es dort auf, wo dein Blick mehrmals am Tag hinfällt, und erfüll dir noch am selben Tag einen kleinen Wunsch vom Board. Ein Board, das in der Schublade liegt, bringt dir nichts.
Gute Plätze:
- neben dem Badspiegel
- über dem Schreibtisch
- innen an der Kleiderschranktür, wenn es privat bleiben soll
- am Handy auf dem Sperrbildschirm und im Widget
Aktivier es sofort. Such dir einen kleinen Wunsch vom Board, den du heute erfüllen kannst: das Buch kaufen, den Spaziergang machen, die Nachricht schicken. Warum ich damit anfange, steht in Wie aktivierst du ein Vision Board?
Eine Minute am Morgen, eine Frage am Sonntag. Schau morgens kurz hin. Einmal pro Woche fragst du dich: Was ist diese Woche mein nächster Schritt?
Abhaken. Wenn sich ein Wunsch erfüllt, hak ihn am selben Abend ab. In VISIYA heißt das „Als erfüllt markieren“. Dieser kleine Moment ist deine Belohnung.
Wie viel ein Widget ausmacht, habe ich im Sommer gemerkt, mit Aethel, einer Moodboard-App, die ich ebenfalls entwickle. Das Board dort habe ich vielleicht einmal im Monat geöffnet, das Widget auf dem Home-Bildschirm mehr als 20-mal am Tag gesehen.
An einem freien Tag im Juli wollte ich eigentlich zu dm, habe dann im Widget das Bild von einem Blumenfeld zum Selberpflücken gesehen und bin stattdessen hingefahren.
Wenn du das in VISIYA nutzen willst: Das Widget gehört zu VISIYA Plus und zeigt nacheinander alle deine Bilder. Ohne Plus zeigt es nur das erste Bild deines Boards. Auch zum Speichern des Hintergrundbilds für den Sperrbildschirm brauchst du Plus.

Alle drei Monate schaust du, was noch passt. Ein Board läuft meist ein Jahr. Ich mache jedes Jahr um meinen Geburtstag Inventur: Was ist eingetreten, was nicht? Ganz ohne Bewertung. Danach fange ich ein neues Board an, eins pro Lebensjahr.
Wann du anfängst, entscheidest du. Ich finde den eigenen Geburtstag passender als den 1. Januar, an dem alle mit guten Vorsätzen loslegen. Andere beginnen an Silvester, in den Rauhnächten oder bei Neumond. Jeder Neuanfang taugt.
Mein Tipp: eine Liste für eine Saison. Das Blumenfeld stand auf meiner Sommerliste, die ich in Aethel angelegt hatte.
Anfang Juli habe ich mir dort sechs Wünsche notiert, jeden mit einem Bild: Blumen auf dem Feld selbst pflücken, malen, einen Tag am See verbringen, draußen Sport machen, schreiben und mit meinem Baby an der frischen Luft sein. Ende August war alles abgehakt.
Das klappt, weil so eine Liste ein Ablaufdatum hat. In VISIYA gibt es dafür die Vorlage „Sommer Bucket List“ (Plus) mit vier Sommer-Bereichen. Du kannst aber auch ein eigenes Board anlegen, mit einem Bereich pro Wunsch.
Funktioniert ein Vision Board wirklich?
Ja, wenn du es als Erinnerung nutzt. Es hält dir deine Ziele vor Augen, damit du öfter danach handelst. Bei mir wird ungefähr die Hälfte der Wünsche wahr.
Mein Board zum 34. zeigt in VISIYA 12 von 22 Wünschen als erfüllt. „Neue Freundschaften“ hat nicht geklappt. Dafür sind die Freundschaften, die ich schon hatte, tiefer geworden.
Das Universum hat mir nie etwas geliefert. Geliefert habe immer ich, und das Board hat mich daran erinnert.
Deine Vision-Board-Checkliste
Alles Wichtige auf einer Seite, zum Abhaken.
Material
- Fotokarton (A3 oder größer) oder Korkpinnwand
- Schere, Klebestift oder Washi-Tape
- Zeitschriften und eigene Fotos, ausgedruckt
- Stift für deine Sätze
- oder: ein Album am Handy und eine Vision-Board-App
Die fünf Schritte
- 1. Drei Lebensbereiche wählen, pro Bereich bis zu drei Ziele mit Zahl und Datum
- 2. Drei bis fünf Bilder pro Bereich sammeln, dazu einen Satz pro Bereich schreiben
- 3. Zonen anlegen, dein Foto oder Motto in die Mitte, erst lose auslegen, dann kleben
- 4. Papier oder Handy wählen, gern auch beides
- 5. Dort aufhängen, wo du täglich hinschaust, und heute einen kleinen Wunsch erfüllen
Die 20-Minuten-Version
- 2 Minuten: drei Lebensbereiche wählen
- 8 Minuten: neun Bilder sammeln, drei pro Bereich
- 5 Minuten: in drei Zonen anordnen, dein Foto in die Mitte
- 3 Minuten: einen Satz pro Bereich und das größte Hindernis aufschreiben
- 2 Minuten: das Board dorthin bringen, wo du es siehst (an die Wand, auf den Sperrbildschirm oder ins Widget)
Zum Ausdrucken: die Vision-Board-Checkliste als PDF auf einer Seite, kostenlos und ohne E-Mail-Adresse.
Dein Board muss nicht perfekt sein. Nimm dir heute Abend 20 Minuten. Auf den
- Januar musst du nicht warten.
Häufig gestellte Fragen
Wie viele Bilder gehören auf ein Vision Board?
Drei bis fünf pro Lebensbereich. Bei drei Bereichen kommst du auf etwa 9 bis 15 Bilder. Mehr macht das Board unruhig, und die wichtigen Ziele gehen darin unter.
Wo hänge ich mein Vision Board am besten auf?
Dort, wo dein Blick mehrmals am Tag hinfällt: neben dem Badspiegel, über dem Schreibtisch oder innen an der Kleiderschranktür, wenn es privat bleiben soll. Am Handy siehst du es am häufigsten auf dem Sperrbildschirm und im Widget.
Funktionieren Vision Boards wirklich?
Von allein bewirkt ein Vision Board nichts. Es hält deine Ziele sichtbar, damit du öfter danach handelst. Gut untersucht ist WOOP, die Methode der Psychologin Gabriele Oettingen: Wunsch, Ergebnis, ehrlich benanntes Hindernis, Plan. Bei mir wird ungefähr die Hälfte der Wünsche auf einem Board wahr.
Für wie lange erstellt man ein Vision Board?
Meist für ein Jahr. Prüf alle drei Monate, was noch passt, und tausch den Rest aus. Für kürzere Zeiträume eignet sich ein Saison-Board, zum Beispiel für einen Sommer.
Kann ich ein Vision Board kostenlos am iPhone erstellen?
Ja. In VISIYA ist ein Board dauerhaft kostenlos: dein eigenes, mit deinen Fotos, Notizen und Links, oder eine der sechs kostenlosen Vorlagen. VISIYA Plus ist ein Einmalkauf ohne Abo und bringt weitere Boards, die fertigen Plus-Vorlagen und das Speichern des Hintergrundbilds. Das Widget gehört zu VISIYA Plus und zeigt nacheinander alle deine Bilder. Ohne Plus zeigt es nur das erste Bild deines Boards. VISIYA gibt es für iPhone und iPad.
Wann ist der beste Zeitpunkt, ein Vision Board zu erstellen?
Jeder Neuanfang eignet sich: Silvester, die Rauhnächte, dein Geburtstag oder ein ganz normaler Sonntag. Ich selbst starte am liebsten um meinen Geburtstag. Manche fangen gern bei Neumond oder zunehmendem Mond an. Wichtiger als das Datum ist, dass du anfängst.


